Author Topic: Wie sag ich's meiner Therapeutin?  (Read 644 times)

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Offline thornbird11

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Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« on: September 13, 2019, 07:21:27 pm »
Hey!

Nach etwas längerer Abwesenheit melde ich mich zurück.

Mein 30. Geburtstag rückt in greifbare Nähe (noch 4 Wochen) und eigentlich wollte ich mich bis dahin vor meiner Familie und meinen Freunden geoutet haben. Ob ich das wirklich schaffe, bin ich mir nicht so sicher. Ich habe immer noch furchtbare Angst vor den Reaktionen und außerdem muss ich dann erst mal erklären, was non-binary überhaupt bedeutet.

Doch vorher steht noch ein anderer Termin an: der bei meiner Therapeutin. Ich habe sie jetzt seit Juni nicht mehr gesehen und damals habe ich mich nicht getraut, sie einzuweihen. Dann war erst ich im Urlaub und anschließend sie, sodass wir uns jetzt ungefähr 3 Monate nicht mehr gesehen haben. Ich war erst zwei, drei Mal bei dieser Therapeutin, da meine alte Therapeutin, zu der ich sehr großes Vertrauen hatte, aufgehört hat. Trotzdem denke ich, ich sollte das Thema Geschlechtsidentität bei meinem nächsten Termin ansprechen. Am Dienstag (17.09.2019) ist es soweit und ich habe echt gar keine Ahnung, wie ich das Thema anpacken soll. Weiß sie überhaupt, was non-binary bedeutet? Wird sie das überhaupt akzeptieren oder wird sie von mir eine Entscheidung zwischen männlich und weiblich erwarten? Ich mache mir echt total Sorgen, dass sie mich nicht ernst nehmen könnte, da genderqueere Geschlechtsidentitäten hier immer noch ziemlich unbekannt sind.

Habt ihr ein paar Tipps für mich, wie ich das Thema ansprechen könnte? :icon_confused:

Liebe Grüße
Mim
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Offline Iztaccihuatl

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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #1 on: September 14, 2019, 02:22:13 pm »
Hallo Mim,

Ist Deine Therapeutin auf Fragen der Geschlechtsidentität spezialisiert, oder haben die meisten ihrer Patienten andere Probleme? Wenn ja (was ich für Dich hoffe), dann dürfte das an sich kein Problem sein.

Du könntest ja einmal so beginnen: „Ich habe in letzter Zeit einiges über non-binary und genderqueere Personen gelesen und ich erkenne mich voll darin wieder und diese Konzepte sprechen mich total an. Was wissen Sie darüber und könnten wir nicht in dieser und den nächsten Sessions daran arbeiten ob das für mich zutrifft?“

Vergiß nicht daß Therapeuten das bestmögliche Ergebnis für Dich im Sinne haben sollten, und nichts anderes. Ein guter Therapeut sollte daher Dich darin unterstützen, herauszufinden ob Du non-binary bist und was Du im Leben ändern kannst, um besser Deiner Geschlechtidentität sowohl nach innen als auch nach außen Ausdruck geben zu können. Außerdem sollte ein guter Therapeut Dir helfen können Dich zu Deiner Familie und Freunden zu outen.

Ich möchte noch anmerken, daß ich es für keine so gute Idee halte, Deinen 30. Geburtstag als eine Art Deadline zu sehen. Arbeite zuerst mit Deiner Therapeutin und entwickle mit ihr einen Plan, wie Du andere Leute einweihen kannst. Wenn das dann mehrere Monate oder länger dauert, sollte das wohl nicht so schlimm sein, aber der psychologische Druck so einer Deadline kann enorm sein.

Hoffe das hilft!

Liebe Grüße,

HM


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Offline thornbird11

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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #2 on: September 15, 2019, 03:40:35 pm »
Hallo HM,

vielen Dank für deine Antwort und Tipps.

Nein, sie ist nicht darauf spezialisiert. Ich gehe eigentlich wegen meiner psychischen Probleme zu ihr. Sie ist Soziotherapeutin, also so eine Art Sozialarbeiterin (denke ich). Aber ich möchte so gerne über das Thema Geschlechtsidentität mit ihr sprechen, weil es mich doch sehr beschäftigt.  :eusa_think:

Aber du hast recht, sie wird mir sicher helfen wollen. Ich male mir mal wieder völlig ohne Grund irgendwelche Horrorszenarien aus.  :P

Stimmt, es ist eine blödsinnige Idee, den Wechsel von den 20ern in die 30er als Deadline zu betrachten. Ich muss mir erst mal im Klaren darüber sein, wer und was ich bin. Ich hoffe, meine Therapeutin kann mir da weiterhelfen.

Danke für deine Hilfe!

Liebe Grüße
Mim
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Offline Iztaccihuatl

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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #3 on: September 15, 2019, 05:00:25 pm »
Nichts zu danken. Laß uns bitte wissen wie das Gespräch mit Deiner Therapeutin so gelaufen ist.

Liebe Grüße,

HM


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Offline thornbird11

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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #4 on: September 17, 2019, 04:32:58 pm »
Pheeeeeeew!!! Ich hab's hinter mir. Ich war ja SO nervös. Aber es war die richtige Entscheidung, mit meiner Therapeutin darüber zu reden. Ich habe sie gefragt, ob sie von nicht-binären Geschlechtsidentitäten gehört habe und sie hat es bejaht. Daraufhin habe ich ihr erzählt, dass ich in letzter Zeit oft über meine Geschlechtsidentität nachgedacht habe und das Gefühl habe, mich momentan irgendwo zwischen Mann und Frau zu befinden. Sie hat aufmerksam zugehört, gelächelt und mir ein paar Fragen gestellt. Ich habe ihr auch erzählt, dass ich noch nicht geoutet bin (von zwei Freundinnen abgesehen) und sie meinte, das wäre gut und ich solle mir damit Zeit lassen. Erst wenn ich mir selbst im Klaren sei, was ich empfinde und welchem Geschlecht ich mich zugehörig fühle, solle ich damit rausrücken. Denn sonst ist es - vor allem für meine Eltern - etwas zu verwirrend.

Ich bin jedenfalls echt froh, es getan zu haben.  ;D
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Offline Iztaccihuatl

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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #5 on: September 17, 2019, 04:58:12 pm »
Gratuliere! Ich bin echt froh dass alles gut gelaufen ist und es scheint daß Du in guten Händen bist.

Liebe Grüße,

HM


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Offline thornbird11

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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #6 on: September 18, 2019, 06:31:01 pm »
Vielen lieben Dank, HM. Ja, ich bin auch sehr erleichtert. :)

Liebe Grüße
Mim
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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #7 on: September 19, 2019, 12:14:12 am »
Hallo Mim,
das hoert sich ja total gut an.  Arbeite mit ihr zusammen, um herauszufinden ob du wirklich non binary bist, oder dich doch eher auf den einen oder anderen gender hinbewegst!
Von der eigenen Erfahrung kann ich dir sagen, dass es schwer ist, sich in der Mitte der Gender zu befinden (Ich hatte ja Jahrzehnte lang keine richtige Gender Identitaet).  Gehe mal richtig gut in dich!


Offline thornbird11

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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #8 on: September 25, 2019, 07:58:01 pm »
Hallo Linde,

danke für deine lieben Worte. Ja, ich hoffe, dass ich mit ihr herausfinden werde, wie oder was ich wirklich bin. Wir werden sehen. Ich finde es jedenfalls gut, dass sie hinter mir steht und mir helfen will, auch wenn sie nicht wirklich aktiv Vorschläge gemacht hat. Sie war aber auch nicht ablehnend. Und dass ich an meinem 30. Geburtstag meine Familie nicht einweihen muss, wie ursprünglich geplant, nimmt mir sehr viel Gewicht von den Schultern.

Liebe Grüße
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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #9 on: September 25, 2019, 10:57:49 pm »
Hallo Linde,

danke für deine lieben Worte. Ja, ich hoffe, dass ich mit ihr herausfinden werde, wie oder was ich wirklich bin. Wir werden sehen. Ich finde es jedenfalls gut, dass sie hinter mir steht und mir helfen will, auch wenn sie nicht wirklich aktiv Vorschläge gemacht hat. Sie war aber auch nicht ablehnend. Und dass ich an meinem 30. Geburtstag meine Familie nicht einweihen muss, wie ursprünglich geplant, nimmt mir sehr viel Gewicht von den Schultern.

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Es ist am Besten, sich bei der Transition keine Zeitziele zu setzen, denn erstens kommt es anders als zweitens man denkt!
Es hat bei mir ueber 10 Jahre gedauert, ehe ich den Mann endlich los werden konnte (die Kerle sind sehr anhaenglich), obwohl, wie ich jetzt weiss, ich immer eine Frau war, und der Mann mir nur sozial mir aufgezwungen war.  Es war trotzdem sehr schwer aus der Fahrspur zu kommen.  Mein Koerper war klar weiblich, aber mein Geist und meine Gefuehle waren maennlich erzogen worden, denn ich war als Mann sozialisiert worden.
Als mir dann endlich klar wurde, dass ich Frau sein wollte, ging es recht schnell.  Ich bin Out gekommen, und etwa einen Monat spaeter habe ich Vollzeit als Frau gelebt.
Ich hoffe, dass du nicht solange brauchst, um dir Klarheit zu schaffen.


Offline thornbird11

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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #10 on: October 05, 2019, 04:11:12 pm »
Es ist am Besten, sich bei der Transition keine Zeitziele zu setzen, denn erstens kommt es anders als zweitens man denkt!
Es hat bei mir ueber 10 Jahre gedauert, ehe ich den Mann endlich los werden konnte (die Kerle sind sehr anhaenglich), obwohl, wie ich jetzt weiss, ich immer eine Frau war, und der Mann mir nur sozial mir aufgezwungen war.  Es war trotzdem sehr schwer aus der Fahrspur zu kommen.  Mein Koerper war klar weiblich, aber mein Geist und meine Gefuehle waren maennlich erzogen worden, denn ich war als Mann sozialisiert worden.
Als mir dann endlich klar wurde, dass ich Frau sein wollte, ging es recht schnell.  Ich bin Out gekommen, und etwa einen Monat spaeter habe ich Vollzeit als Frau gelebt.
Ich hoffe, dass du nicht solange brauchst, um dir Klarheit zu schaffen.

Ja, das hoffe ich auch. Aber ich lasse mir jetzt erst mal so viel Zeit, wie ich brauche. Mir fällt nur auf, dass ich immer häufiger über weibliche Bezeichnungen und Pronomen stolpere und sie mir auffallen. Früher war ich das einfach gewöhnt, dass ich als Mädchen/Frau gesehen wurde. Aber heute versuche ich schon immer, irgendwelche umschreibenden Worte zu nutzen, nur um nicht das maskuline oder feminine Wort verwenden zu müssen. Dabei stört es mich sehr, dass hier in Deutschland auf das gendern von Wörtern so viel Wert gelegt wird. Bin ich nun eine Leserin oder ein Leser? Eine Bloggerin oder ein Blogger? Anstatt das Wort "Autorin" versuche ich schon so oft wie möglich das neutrale Wort "Schreiberling" zu verwenden. Es ist kompliziert, wenn man nicht weiß, ob man sich jetzt als Mann oder Frau fühlt. Ich finde es in der englischen Sprache einfacher, da heißt das einfach reader, blogger und writer.

Danke für deinen Rat.
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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #11 on: October 05, 2019, 06:31:29 pm »
Gern geschehen.  Mir macht das Gendern nichts aus, aus reiner Gewohnheit bezeichne ich mich manchmal mit der meannlichen Version eines Wortes.  Das stoert mich aber nicht mehr, denn ich weiss, wer ich bin.  Auch wenn mich alte Freunde mit dem falschen Pronom, oder sogar mit meinem alten Vornamen anreden, stoert es mich nicht sonderlich, da ih weiss, dass es nicht boese gemeint ist!

Wenn du einmal  weisst, wer du bist, ist das Andere nur Makulatur!  Wichtig ist, dass du dich findest!


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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #12 on: October 11, 2019, 08:01:50 pm »
Gern geschehen. Mir macht das Gendern nichts aus, aus reiner Gewohnheit bezeichne ich mich manchmal mit der meannlichen Version eines Wortes.  Das stoert mich aber nicht mehr, denn ich weiss, wer ich bin.  Auch wenn mich alte Freunde mit dem falschen Pronom, oder sogar mit meinem alten Vornamen anreden, stoert es mich nicht sonderlich, da ih weiss, dass es nicht boese gemeint ist!

Wenn du einmal  weisst, wer du bist, ist das Andere nur Makulatur!  Wichtig ist, dass du dich findest!

Ja, hast schon recht. Mir ist es auch egal, ob ich mit dem männlichen oder weiblichen Wort angesprochen werde. Aber ich weiß nie, welches Wort ich nach außen hin benutzen soll. Deutsche Frauen, vor allem die etwas feministisch eingestellten, achten sehr genau auf das Gendern. Mich nervt das immer, wenn ich einen längeren Text schreibe und ständig darauf achten muss, auch alle Begriffe richtig gegendert zu haben. Deshalb finde ich es so toll, dass es im Englischen nur ein Wort dafür gibt (natürlich gibt's auch Ausnahmen wie, z. B. "actor" und "actress"). Mich nennen ja die meisten noch Mimi anstatt Mim, weil sie noch nicht wissen, dass ich mich nicht (mehr) als Frau sehe. Aber so langsam gehe ich dazu über, mich als Mim vorzustellen, wenn ich neue Leute kennenlerne.

Gestern war übrigens mein 30. Geburtstag und ich war SEHR FROH, dass ich nicht mit meinen Herzensmenschen über mein Geschlecht gesprochen habe, so wie ich das ursprünglich geplant hatte. Das hätte die schöne Feier nur zerstört.
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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #13 on: October 11, 2019, 08:57:13 pm »
30 Jahre jung!  Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was zu meinem 30. ueberhaupt los war!  ich erinnere mich, dass ich mir im Jahr davor den rechten Daumen abgeschnitten hatte (beim Rumwerkeln am Auto), und er wieder angenaeht wurde, aber as ist das Einzige, an was ich mich in dieser Zeit erinnere!

Es war gut, dass du bei der Familiensache kein come Out gemacht hast.  Es wird deine Entwicklung nicht stoeren.  Mach es, wenn du meist die Zeit ist richtig.  ich bin zu den Einzelnen gegangen, und habe es gesagt.

Und den Feministn kannst du dn Mittelfinger zeigen, du bist denen nichts schuldig.  ich bin Zeit meines Lebens feministisch gewesen, aber nicht radikal!


Offline thornbird11

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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #14 on: October 11, 2019, 10:20:08 pm »
30 Jahre jung!  Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was zu meinem 30. ueberhaupt los war!  ich erinnere mich, dass ich mir im Jahr davor den rechten Daumen abgeschnitten hatte (beim Rumwerkeln am Auto), und er wieder angenaeht wurde, aber as ist das Einzige, an was ich mich in dieser Zeit erinnere!

Es war gut, dass du bei der Familiensache kein come Out gemacht hast.  Es wird deine Entwicklung nicht stoeren.  Mach es, wenn du meist die Zeit ist richtig.  ich bin zu den Einzelnen gegangen, und habe es gesagt.

Und den Feministn kannst du dn Mittelfinger zeigen, du bist denen nichts schuldig.  ich bin Zeit meines Lebens feministisch gewesen, aber nicht radikal!

Haha. Ja, ich fühle mich wohl mit meinen 30 Jahren. Ich hatte erst gedacht, ich hätte mich kaum verändert, seit ich 20 war und sei noch immer so unreif, doch ich habe in den letzten Tagen auf mein Leben zurückgeblickt und erkannt, dass ich seit 2009 ganz schön viel gelernt habe. Ich bin deutlich reifer und "erwachsener" geworden. Allein die Tatsache, dass ich jetzt allein wohne, wäre mit 20 noch unvorstellbar für mich gewesen.

Autsch, das mit dem Daumen war bestimmt schmerzhaft. :( Das Einzige, was mir am fortschreitenden Alter nicht gefällt, ist, dass meine Eltern auch immer älter werden. Großeltern habe ich mittlerweile auch nur noch einen Opa, der sich wacker hält. Die anderen sind schon gestorben. Und irgendwann wird auch mein Opa sterben und meine Eltern ... ich möchte noch gar nicht daran denken.

Ja, da hast du recht. Ich werde jetzt mal überlegen, wie ich das mit dem Gendern weiterhin für mich handhabe.

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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #15 on: October 11, 2019, 11:09:35 pm »
sterben und meine Eltern ... ich möchte noch gar nicht daran denken.

Wenn du ein gutes Elternhaus hattest, wirt du den Tod der Eltern nie ganz ueberwaeltigen, verdraengen ja, aber nie vergessen. 
Meine  Mutter starb 1983, und mein Vater starb 1990.  Da ich ein Mama-Kind war, fehlt mir meine Mutter immer noch.  Aber auch mein Vater fehlt mir, er war stets mit gutem Rat und Hilfe an meiner Seite.  Sie hatten so sehr gehofft, dass ich ein Maedchen wuerde (was ich ja genetisch auch war).  Aber sie waren beide leider schon verstorben ehe ich mein Come Out hatte.  Ich nehme sehr stark an, dass sie sich ueber mein Veraenderung wie Schneekoenige gefreut haetten, denn endlich war ich das erhoffte Maedchen!
Meine Mutter ist fuer mich als Frau das Vorbild, Leute die ein Bild von ihr in meinem Alter sehen, und nicht wissen, das es meine Mutter ist, fragen ob sie meine Zwillingsschwester waere.

Deswegen kann ich nur sagen, sei mit deinen Eltern so viel wie moeglich, denn eines Tages werden sie nicht mehr da sein!


Offline thornbird11

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Re: Wie sag ich's meiner Therapeutin?
« Reply #16 on: October 12, 2019, 04:42:06 pm »
Wenn du ein gutes Elternhaus hattest, wirt du den Tod der Eltern nie ganz ueberwaeltigen, verdraengen ja, aber nie vergessen. 
Meine  Mutter starb 1983, und mein Vater starb 1990.  Da ich ein Mama-Kind war, fehlt mir meine Mutter immer noch.  Aber auch mein Vater fehlt mir, er war stets mit gutem Rat und Hilfe an meiner Seite.  Sie hatten so sehr gehofft, dass ich ein Maedchen wuerde (was ich ja genetisch auch war).  Aber sie waren beide leider schon verstorben ehe ich mein Come Out hatte.  Ich nehme sehr stark an, dass sie sich ueber mein Veraenderung wie Schneekoenige gefreut haetten, denn endlich war ich das erhoffte Maedchen!
Meine Mutter ist fuer mich als Frau das Vorbild, Leute die ein Bild von ihr in meinem Alter sehen, und nicht wissen, das es meine Mutter ist, fragen ob sie meine Zwillingsschwester waere.

Deswegen kann ich nur sagen, sei mit deinen Eltern so viel wie moeglich, denn eines Tages werden sie nicht mehr da sein!

Das tut mir leid. Ja, ich kann mir vorstellen, dass man das nur schwer verarbeiten kann. Ich versuche wirklich, so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie zu verbringen, auch wenn es nur die Besuche 1 - 2 Mal im Monat sind. Ich genieße diese Besuche sehr und bin froh, dass wir uns wieder so gut verstehen. Unser Verhältnis war nämlich mal sehr zerüttet. Doch wir haben uns zum Glück ausgesprochen.

Wow, siehst du deiner Mutter so ähnlich? Das ist ja toll. :) Und ja, sie wäre sicher stolz auf dich, dass du jetzt als Frau lebst und dein wahres Ich gefunden hast.
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